Werkstattbereich
Die Werkstatt für sozialen und politischen Konflikt
arbeitet in der Regel jeden zweiten Freitag, 19:30 – 21:30 Uhr, zu Austausch, Diskussion und Analyse der politischen Situation, via Internet und im Moselweg 27, 34131 Kassel.
Die Werkstatt für sozialen und politischen Konflikt versucht, Mittels Austausch, Analyse und kontroverser Diskussion eine Orientierung über den Krisenzusammenhang der Gegenwart zu erarbeiten. Dieser zeichnet sich überall in prekärer werdenden politischen Ordnungen und sich verschärfenden Lebensverhältnissen ab, u. a. in der Ökonomie, der Ökologie und auch im alltäglichen Miteinander. Diese Werkstatt will nicht bei der Betrachtung je konkreter Konflikte stehenbleiben. Die Verbindung der Werkstatt mit der Psychoanalyse ermöglicht, die konkreten gesellschaftlichen und politischen Konflikte, die das Zeitgeschehen prägen, nicht als zufällige, durch Wechselwirkungen bedingte zu behandeln, sondern nach ihrem symptomatischen Charakter zu fragen – nach dem, was ihnen zugrunde liegt und das Gesellschaftliche grundsätzlich strukturiert. Die Werkstatt begreift ihre politische Verantwortung darin, sich mit ihrer Arbeit in Form von Veranstaltungen an eine Öffentlichkeit zu wenden.
Die Werkstatt für sozialen und politischen Konflikt ist im September 2025 aus der Werkstatt KriegUndFrieden hervorgegangen, deren Gründung im März 2022 die russische Invasion in die Ukraine im Februar 2022 zum Anlass hatte. Es geht um ein anderes Miteinander, das uns erlaubt, ein freieres Sprechen und Denken zu kultivieren und angesichts unheilvoller gesellschaftlicher Entwicklungen nicht in privaten Rückzug zu verfallen, sondern sich ihnen – wenn auch gegen Widerstände – anzunähern und sie gemeinsam durchzuarbeiten.
Die Werkstatt arbeitet mit der Annahme, dass Gesellschaft grundsätzlich konflikthaft strukturiert ist. Jeder Versuch, sie als Einheit zu beschreiben, hieße demnach, eine Ideologie, ein Phantasma, ein vereinheitlichendes Bild, das ihre Konflikthaftigkeit zu verdecken versucht, aufzurichten. Die Arbeit der Werkstatt für sozialen und politischen Konflikt will weder diese Art von Phantasmen stützen, noch die Beseitigung sozialer und politischer Konflikte in Aussicht stellen. In diesem Sinne ist sie kritisch: Sie zielt darauf, die Lust an der Destruktion, die sich in gesellschaftlichen und politischen Konflikten Bahn bricht, in eine Arbeit der Analyse, also in eine Zergliederungs- und Zersetzungsarbeit zu verwandeln, um so einen Raum zu eröffnen, in dem Politik überhaupt erst möglich wird.
„Politik” meint hier nicht den Politikbetrieb in den bestehenden politischen Institutionen. Dieser entscheidet nicht über den gesellschaftlichen Konflikt, sondern bringt ihn in eine vorweg schon entschiedene Form. Das Politische findet vielmehr dort statt, wo sich der fundamentale Konflikt im Gesellschaftlichen an einer symptomatischen Stelle auf neue Weise Ausdruck verschaffen kann, dort wo etwas gesellschaftlich Entscheidendes passiert. Das Entscheidende hat, wie das griechische „krisis” anzeigt, den Charakter des Kritischen und der Krise. Insofern ist das Kritische als politisch zu fassen: Wo es kritisch wird, wird es politisch.
Kritik in diesem Sinne gibt es nicht, ohne selbst in das verstrickt zu sein, was man kritisiert. Dieses Dilemma ist gerade ihre Triebfeder, und darum ist sie notwendig. Nur aus dem Inneren eines Diskurses heraus ist es möglich, Täuschungen und Enttäuschungen – auch die eigenen – wahrzunehmen und zu reflektieren.
Wenn Sie an der Arbeit der Werkstatt für sozialen und politischen Konflikt interessiert sind und teilnehmen möchten, wenden Sie sich an Werkstatt[at]WePsaKK.de. Sie erhalten eine Einladung sowie einen Link, der auch eine Online-Teilnahme an den Treffen und der Arbeit der Werkstatt ermöglicht.
Bitte leiten Sie diese Einladung an Interessierte weiter!
Die Arbeit der Werkstatt unterhält sich durch Spenden und zur Kostendeckung durch Beiträge für einzelne Veranstaltungen.
Kontoinhaber: Dennis Pieter, c/o Werkstatt für Psychoanalyse, Konflikt und Kultur
Kontonr. / IBAN: DE06 4306 0967 1181 1538 02
BIC / SWIFT-Code: GENODEM1GLS, Name der Bank: GLS Gemeinschaftsbank
Leitung und Koordination des Werkstattbereichs für sozialen und politischen Konflikt:
Nils Richber/ Christian Müller. E-Mail: Werkstatt[at]WePsaKK.de